Frankfurt, 12.02.2003
Ressourcensuchdienst Risse wurde erneut fündig. Aus meiner eiligen Depp-esche an Monsieur le Ministre Trittin:

Lieber Jürgen,

gestern habe ich eine Stromquelle aufgetan, die sucht ihresgleichen und wurde bislang gnadenlos verschwendet. Ich musste, da ich ja bis zum 87. Lebensjahr im Geschirr bleiben muß (d.h. arbeiten) zur Generaluntersuchung von wegen Gesundheit zum Arzt und unter anderem eine halbe Stunde Belastungs- EKG auf diesem komischen Fahrrad da absolvieren.
Durch das Strampeln entsteht Strom, und der wird nicht genutzt! Den muß man jetzt einspeisen aus jeder Arztpraxis und jedem Fitnessstudio ins öffentliche Netz, um die letzt verbliebenen Atomkraftwerke zum Jahresende alle abschalten zu können. Ich glaube, der so gewonnene Strom kann gut zur Beleuchtung von den sich mehrenden Social-burning-points genutzt werden. Wenn du, lieber Jürgen, meinen provisionspflichtigen Vorschlag ins Kabinett einbringst, dann zügle bitte gleich die Gier Deiner Amtskollegin für’s Gesundheitswesen, ich glaube, sie heißt Schmidt, weiß es aber nicht so genau, weil ich immer aus dem Zimmer gehe, sobald sie auf dem Bildschirm auftaucht, denn die Verkabelung der Arztpraxen- und Fitnesstudioabstrampelfahrräder muss die öffentliche Hand übernehmen, da sie ja auch Nutznießer wird.
Das könnte man in einem 5. Gesetz zuzüglich den 4 bereits existierenden festlegen, als da wäre das Stromsteuergesetz, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, das erneuerbare Energiengesetz und die Konzessiongsabgabenverordnung zuzüglich 16 % Mehrwertsteuer. Mein Gesetzesnamenvorschlag lautet: ‚Sendero luminoso = leuchtender Pfad (in memoriam revolutionäre Kämpfer in so einem südamerikanischen Land) oder Glühwürmchen-Glüh Gesetz.
Übrigens – Provision: wo bleibt die für die Vulkanmöpseleien Italien/Equador, und wo bleibt die für das Taxi-Dauerbußgeld. Inzwischen hat der Stromboli auch was von sich gegeben, und mein Konto könnte einen warmen Regen gebrauchen.

Es grüßt aus der Hauptstadt des Verbrechens,

Dein Michael

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